Die Datenschutzgrundverordnung oder kurz DSGVO (englisch GDPR) ist eine sehr umfangreiche Verordnung der EU. Sie regelt darin dem Umgang mit personenbezogenen Daten und gibt dir viele Rechte. Du kannst zum Beispiel von jedem Unternehmen verlangen, dass es dir Auskunft darüber erteilt was es über dich gespeichert hat (Art. 15). Wie du dieses Recht geltend machen kannst erklären wir hier.

 

Recht auf Auskunft

Wenn du wissen möchtest ob ein Unternehmen Daten über dich hat und wenn ja welche, kannst du dem oder der Datenschutzbeauftragten des Unternehmens schreiben. Schau zunächst aber ob das Unternehmen auf seiner Webseite nicht schon die Auskunft zum Download anbietet. Internetriesen wie Facebook, Google und Amazon aber auch deutsche Unternehmen wie REWE und Otto bieten die Auskunft gleich zum Download an. Wenn dem Unternehmen schreiben möchtest findest du die Kontaktdaten meist unter der Datenschutzerklärung auf der Webseite oder im Impressum.

Für den Brief oder die Email kannst du eine Vorlage verwenden wie zB die der Verbraucherzentrale Niedersachen. Das Unternehmen ist eigentlich dazu verpflichtet dir die Daten elektronisch auszuhändigen, wenn du eine Email schickst oder in deinem Brief angibst, dass du sie gerne elektronisch hättest (Art. 15 Nr. 3), viele Unternehmen schicken dir die Auskunft aber trotzdem per Brief.

Eventuell fragt das Unternehmen nach Informationen, um dich identifizieren zu können. Es ist richtig, wenn Unternehmen deine Daten nicht einfach an jeden aushändigen der danach fragt, aber hier musst du vorsichtig sein nicht mehr über dich preis zu geben als das Unternehmen schon weiß. Manche Unternehmen wurden hier erfinderisch. So fragt zB Spotify nach den Namen von privaten Playlists, die du hast, die Schufa auf der anderen Seite möchte, dass du ihre möglicherweise veralteten Adressdaten aktualisierst.

Das Unternehmen hat bis zu einem Monat Zeit die Auskunft zu erteilen. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass die Unternehmen, die nicht innerhalb von 5 Werktagen antworten gar nicht antworten. Wir empfehlen dir nach 5 Tagen nochmal nachzuhaken solltest du noch nichts gehört haben und an die Frist zu erinnern (Art. 12 Nr. 3). Wenn der oder die Datenschutzbeauftragt auch darauf nicht reagiert kannst du dich bei der Landesdatenschutzbehörde beschweren. Die werden gerade aber mit Anfragen überhäuft und obwohl sie viel neues Personal eingestellt haben kommen sie noch nicht hinter her. Eine Beschwerde hat deswegen nur Aussicht auf Erfolg, wenn es um etwas wichtiges geht.

Jetzt weißt du alles was du wissen musst, um deine Daten von Unternehmen anfordern zu können. Hier nochmal die einzelnen Schritte in kürze:

  1. Check ob das Unternehmen eine (Selbst-)Auskunft auf seiner Webseite anbietet. Wenn ja benutze die, wenn nicht weiter mit 2.
  2. (Email)Adresse des/der Datenschutzbeauftragten auf der Webseite finden
  3. Anschreiben (mit einer Vorlage) schreiben und abschicken
  4. Gegebenen Falls Rückfragen beantworten
  5. Gegebenen Falls nach 5 Werktagen nachhaken oder nach einem Monat Mahnen
  6. Auskunft bekommen